Ist das nicht eher die Theorie
Nein, auch erlebte Praxis. 
Die vom Kühlwasser aufgenommene Wärmemenge bzw. Wärmeleistung ist immer identisch mit der vom Motor abgegebenen Wärmemenge bzw. -leistung.
Als Formel gilt Q (Wärmemenge) = m (Masse) x c (spezifische Wärmekapazität) x deltaT (Temperaturdifferenz) bzw.
Wärmeleistung = Massenstrom x spezifische Wärmekapazität) x Temperaturdifferenz
Also hängt die Austrittstemperatur des Kühlwasser aus dem Motor immer von der Eintrittstemperatur in den Motor ab. Hinzu kommt, dass es unterschiedliche Temperaturbereiche im Motor gibt und die gemessene Temperatur immer eine Mischtemperatur ist.
Aufgrund der Physik ist es auch Illusion, dass die Kühlwassertemperatur immer konstant 90 °C ist, wie die meisten annehmen. Der Massenstrom ändert sich permanent mit der Motordrehzahl und dem Öffnungsgrad des Thermostat. Die elektrische Temperaturanzeige ist nur zu träge oder bei modernen Fahrzeugen "manipuliert". Hatte ich gerade an unserem TIGUAN. Die Anzeige stand bereits auf 90 °C und blieb da wie angenagelt stehen, während sich die tatsächliche Temperatur von 68 °C langsam nach oben bewegte. Ich bin mir sicher (ohne es ausprobiert zu haben), dass die Temperaturanzeige auch bei echten 100°C (was auch nichts "Schlimmes" ist) da immer noch bei 90 °C steht. Ist aber ein anderes Thema.
Durch das Kühlmittel sollte der Siedepunkt auch deutlich höher liegen als bei 100 Grad.
Das ist aber auch nicht der entscheidende Faktor. Bei 50 % Frostschutzanteil erhöht sich bei Atmosphärendruck der Siedepunkt gerade mal von 100 °C auf 108 °C. Entscheidender ist der mögliche Überdruck im Kühlsystem, der durch den Deckel mind. bei 1,2 bar bis max. 1,5 bar liegen soll. Dadurch würde sich die Siedetemperatur bei reinem Wasser bereits auf mind. ca. 120 °C erhöhen, mit Frostschutzzusatz noch etwas höher.
Kannst ja mal selbst folgenden Versuch machen:
Lass den Motor mit offenem Ausgleichsbehälter im Stand warm laufen und zieh vorher das Relais der ersten Lüfterstufe. Der Wasserstand im Ausgleichsbehälter wird plötzlich schlagartig ansteigen und der Behälter läuft über.
Mit funktionierendem Kühlerlüfter, der bei ca. 95 °C anlaufen sollte, passiert das nicht.
So kann man auch auf einfache Art prüfen, ob die Temperaturanzeige im KI richtig funktioniert.

Das "richtige" Entlüften wird m.M.n. auch überbewertet. Ich lass, wie oben geschildert, bei einer Neubefüllung den Motor mit offenem Deckel des Ausgleichbehälters warmlaufen und hatte noch nie Probleme mit Luft im System. Wenn man über die Entlüftungsschrauben am Kühler oder HWT entlüften will, dann den Motor mit geschlossenem Deckel warmlaufen lassen, damit sich Druck aufbauen kann. Dann den Motor abstellen und kurz warten, bis sich die Luft an den höchsten Stellen absetzen kann. Dann erst entlüften. Wie bei der Zentralheizung zuhause.

Funktioniert aber nur bei Fahrzeugen aus der Zeit, um die es hier geht. Bei den modernen Fahrzeugen wird es ohne Vakuum-Befüllgerät meist schwierig.
Viele versuchen bei laufendem Motor zu entlüften. Funktioniert nicht, da die Luft immer mit dem Wasser mitgefördert wird.
Hier liegt das Problem, wie bereits weiter oben geschrieben, eindeutig bei der falschen Anzeige i.V.m. einer nicht richtig funktionierenden Kühlung.