Automatikgetriebe Probleme

  • Guten Tag,


    ich bin neu in der Audi 80 Scene. Ich habe mir vor kurzem einen Audi 80 B4 Baujahr 1992 besorgt und habe nun die ersten Kopfschmerzen und benötige Hilfe :dash:


    Und zwar folgendes ,ich habe das Fahrzeug mit Automatikgetriebe Problemen gekauft und hab es auch recht gut eingrenzen können jedoch brauche ich nun die schlauen Köpfe um dies weiter einzugrenzen. Das Getriebe schaltete erst bei exakt 90 grad… wenn der Wagen warm ist wird das schalten besser und besser ist er jedoch kalt lässt sich zwar „D“ einlegen jedoch ohne vortrieb. Ich hab den Wagen ausgelesen Getriebefehler war jedoch keiner hinterlegt. Beim Messen mit dem Ölpeilstab ist mir aufgefallen dass der Ölstand unter Minimum ist somit habe ich die erste Ursache. Nun jedoch zum Hauptproblem ich kann den Verlust nicht richtig eingrenzen. Oben auf dem Getriebe sind die zwei Überläufe aus diesen ist das Öl ausgetreten und von oben nach unten gelaufen. Der Unterboden sind komplett voll mit Getriebeöl sowie die untere Ecke des Kühlers (siehe fotos). Da ich den Wagen vom Vorbesitzer so übernommen habe habe ich auch so einige Fehler feststellen können die dazu geführt haben können dass das Öl möglicherweise anfing zu kochen. Der Kühlerlüfterschalter ist (war) defekt wodurch das Kühlwasser auch gekocht hat. Könnte das der Grund sein wieso aus dem Überlauf das Öl ausgetreten ist?


    Liebe Grüße und vielen Dank für die Antworten im Voraus

  • Hallo,

    schwierig anhand der Bilder zu beurteilen was da passiert ist. Am Kühler unten könnte die ATF-Leitung durchgerostet sein, oder einfach auch Motoröl auf dem Unterfahrschutz sein... Das wirst du live besser beurteilen können.


    Eigentlich kann aus dem Überlauf am Getriebe nur etwas austreten, wenn das Getriebe überfüllt ist oder sich irgendwo ungewollter Druck aufbaut. ATF beginnt irgendwo im Bereich von ca. 200°C zu schäumen, durch den übergekochten Kühlkreislauf denke ich ist das nicht möglich.


    Wie hast du den ATF-Stand denn gemessen? Vorgabe ist bei laufendem Motor den Peilstand zu ziehen, Wählhebel auf P, Temperatur vom ATF ca. 60°C. Dazu kann man in den Messwertblock 005 / Feld 1 schauen, hier gibt das Steuergerät die Temperatur aus.


    Möglich auch, dass du eine ungewollte Vermischung von Flüssigkeiten hast:

    A) Der kombinierte Wasser-ATF-Kühler wird im Alter gerne undicht, so dass Kühlwasser ins Getriebe kommt. Das ATF wäre dann milchig, so ähnlich wie Kühlwasser mit Motoröl vermischt.

    B) das Differentialöl kann theoretisch ins Getriebe drücken, dadurch steigt der Füllstand. Der Differentialölstand wird über die 17er Inbusschraube über der linken Antriebswelle geprüft, sollte annähernd an der Unterkante der Einfüllschraube liegen, sonst ist was faul.


    Check die Flüssigkeiten mal - möglich dass mit ausreichend ATF das Getriebe wieder ok ist. Wenn mit den Flüssigkeiten alles fein sein sollte, müsstest du genauer schauen und beschreiben, was nicht funktioniert.

    Z. B., fährt das Auto kalt auf 1 oder R, unter welchen Umständen setzt die Kraftübertragung auf D wieder ein, wie sind die Schaltvorgänge, wann war der letzte ATF-Wechsel etc.

  • ich habe das Fahrzeug mit Automatikgetriebe Problemen gekauft und hab es auch recht gut eingrenzen können

    Aha? Und WAS hast Du wie eingegrenzt?


    Beim Messen mit dem Ölpeilstab ist mir aufgefallen dass der Ölstand unter Minimum ist somit habe ich die erste Ursache.

    Nur wenn Du richtig gemessen hast. Der korrekte Ölstand wird bei einer ATF-Öltemperatur von 50 - 70 °C gemessen. Bei 20 °C ist der Ölstand am unteren Ende des Messstab.


    Nun jedoch zum Hauptproblem ich kann den Verlust nicht richtig eingrenzen.

    Ich auch nicht, da mir gestern meine Glaskugel runtergefallen und zerbrochen ist. Ohne kommt man nur mit der früher üblichen Vorgehensweise weiter. Penibel reinigen und dann schauen, wo es herkommt.

    Wenn am Ölkühler (im Wasserkühler integriert) Öl ist, wird der undicht sein.


    Oben auf dem Getriebe sind die zwei Überläufe

    NEIN - das sind keine "Überläufe". Das sind Be- und Entlüftungen. Das Öl wird warm und kalt, dehnt sich also aus und zieht sich wieder zusammen. Damit im Getriebe kein Über- oder Unterdruck entsteht, braucht man die, so wie man am Motor die Kurbelgehäuseentlüftung braucht.

    Da treten natürlich auch immer Öldämpfe aus, die sich am Gehäuse niederschlagen. Je heißer das Getriebeöl, umso mehr.

    Ob bei zu hohem Ölstand auch Öl austreten kann, weiß ich nicht. Möglicherweise ja.


    Ich würde erst mal mit einem Ölwechsel einschl. Filter für das Getriebe und den Achsantrieb anfangen. Ob das noch zum Erfolg führt?

    :/

    Möglicherweise sind aber bereits die Kupplungen verschlissen oder verbrannt. Die Fehlerbeschreibung deutet darauf hin.


    Btw.:

    Ohne MKB und GKB und das MODELLJAHR - NICHT "Baujahr" = Datum der Erstzulassung - sind auch "schlaue" Köpfe überfordert. Problem "Glaskugel"!

    ;)

    "Nicht alle AfD-Wähler sind Nazis - die anderen sind DUMM!" [Urban Priol]

    ;)

    DAS TRIO ist komplett!
    03-2020 Audi Coupe 2,8 V6 - EZ 03-1993
    07-2019 Audi 80 Avant 2,8 V6 - EZ 12-1994 - einer der letzten 30 24 21 17 16 14 13 in D
    08-2017 Audi Cabriolet 2,3 5E - EZ 02-1992 - der Classiker für Kenner

  • Zitat

    NEIN - das sind keine "Überläufe".

    Das ist zwar auch Glaskugel.

    Ich denke aber schon, dass es Überläufe sind.

    Der Konstrukteur muss immer mit dem schlimmsten rechnen.

    Und dazu gehört "überfüllen".

    Wenn das Öl dann keinen Weg findet, um den Druckaufbau im Volumen zu begrenzen, gibt irgendetwas nach.

    Ich habe das auch schon erlebt, dass frisch eingefülltes öl oben aus dem Getriebe kam, weil es sich ggf. noch nicht im System verteilt hat. DAs war zwar ein Mercedes, aber raus kam die rote Plörre, und zwar richtig....

    Net gewatt nachm rinfülle, gleich mal auf der Bühne ordentlich durchgeschaltet.

    Definitiv keine gute Idee...




    Und das die Ölstandkontrolle beim Automaten nicht ganz so trivial ist, haben wir sicher alle beigebracht bekommen.......

    Und zwar vom System.....


    Peter hat ja ganz gut beschrieben wie es geht.

    Nebenbei sagt die Repanleitung meine ich, genau bei Messwertblock ATF temp . 60 Grad stimmt der Peilstab.


    Und der Ölstand im ATF muss nicht bei max. stehen.

    Dann hat man immer noch reserve nach oben, wenn das ATF sich noch etwas ausdehnt.....

  • kann gelöscht werden....

    Kannst Du selbst! ;)


    Ich denke aber schon, dass es Überläufe sind.

    Der Konstrukteur muss immer mit dem schlimmsten rechnen.

    Muss er nicht, da er davon ausgehen darf, dass nur Fach- und Sachkundige nach den Herstellervorgaben an den Fahrzeugen (oder was auch immer) arbeiten und nicht jeder "Hinz und Kunz", der mal irgendwann irgendein YT-Video-"Tutorial" gesehen hat. Letzteres ist heute "Dank" www fast die Regel, egal bei welchem Thema.


    Wenn sie die Teile als planmäßige "Überläufe" konstruiert hätten, hätten sie die in den Teilelisten auch so benannt. Haben sie aber nicht.



    Dass aus einer Entlüftung, sofern das nicht konstruktiv verhindert wird, auch etwas überlaufen kann, ist dabei unstreitig. Man muss es nur falsch genug machen.

    ;)

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  • ...ich habe das Fahrzeug mit Automatikgetriebe Problemen gekauft...


    ...wenn der Wagen warm ist wird das schalten besser und besser ist er jedoch kalt lässt sich zwar „D“ einlegen jedoch ohne vortrieb.


    Bitte nicht negativ verstehen, aber bis auf das Detail Audi 80 B4 aus 1992 sind wir ohne jegliche Informationen zum Fahrzeug und zur Historie unterwegs (Stichwort Glaskugel). Neben den schon abgefragten Details, finde ich die Historie interessant und warum wird ein Auto mit Automatikproblemen gekauft? Ich kenne da einfacher zu behebende Herausforderungen. Wie lange lange hat der oder die Vorbesitzer den Wagen gefahren? Wurde der Wagen vielleicht verkauft, weil eine Fehlerbehebung eben nicht so trivial ist und/oder in keinem Kosten-Nutzen-Verhältnis steht, wenn die Arbeiten nicht selbst erledigt werden können? Schön wären auch ein paar Fotos, um im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild vom Audi 80 zu bekommen.


    Reduziere ich das Fehlerbild auf den fehlenden Vortrieb im kalten Zustand, stellt sich mir die Frage, lässt Du den Wagen eine Viertelstunde laufen, bis sich die Flüssigkeiten und damit auch das Automatikgetriebeöl erwärmt hat? Neben all den aufgeführten Fehlern und Folgen, denen ich mit Blick auf eine mögliche Überhitzung gerne folge, schätze ich, dass die Kanäle des Automatikgetriebes schlichtweg verstopft sind. Unter anderem altes Öl, Abrieb jeglicher Natur verstopft diese sowie die diversen Bauteile des Automatikgetriebes im kalten Zustand und erst mit dem sich erwärmenden Öl wird eine Fließfähigkeit hergestellt.


    Du kannst jetzt darauf setzen, dass nur das Automatikgetriebe mal richt gespült werden werden muss und dann neu eingefülltes Öl ausreicht, aber ohne dies wird es dauerhaft nicht gehen. Damit einhergehender Filterwechsel versteht sich von selbst. Im optimalen Fall werden bei dieser Inspektion auch weitere Verschleißteile ersetzt. Umsonst ist dies nicht und auch keine Garantie, dass nicht die Bremsbänder oder weitere Bauteile aufgrund der Überhitzung hinüber sind. Damit wären wir wieder am Anfang, der Frage nach Informationen. Wurde der Audi billig gekauft und gehofft, diesen preiswert zu reparieren, sehe ich dies eher nicht, weil die Spülung in Heimarbeit nicht möglich ist und es mit einfach mal Öl wechseln aufgrund des dabei im Wandler befindlichen Öls eben nicht ausreicht. Klar, Öl- mit Filterwechsel plus neue Dichtungen kann man versuchen.


    Und was das Thema "irgendwo muss das Öl ja hin abgedrückt werden" angeht, empfehle ich einen Blick auf die Zukunft nach dem B4, welche Longlife (stimmt natürlich nicht...) und komplett gekapselte Automaten bedeutet.

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