Fängst du jetzt auch mit mir an?
Fühlst Du Dir jetzt auch auf den "Schlips" getreten, weil Fakten nicht in Dein Weltbild passen?
Es geht um den Austausch von Wissen und Fakten, um nicht mehr und nicht weniger. Dem kann man folgen oder man lässt es.
Von mir aus kann jeder in seinen Motor reinschütten, was er will. Von mir aus auch Olivenöl!

(Btw.: Wir haben in Motoren mit mehr als 250.000 km schon Diesel zum spülen eingefüllt und das hat gereicht, um mit dem Anlasser genug Öldruck aufzubauen, dass die Ölkontrollleuchte ausging!)
Das bei Mehrbereichsöle deutlich mehr eine Rolle spielt als nur die Viskositätsklasse, habe ich anhand der Betriebsanleitung eines Golf 3 (1996) versucht darzustellen. Das Zitat ist aus der Betriebsanleitung für "Otto-Normalverbraucher":
Zitat
Bei Verwendung des Mehrbereichsöls SAE 5W-30 müssen anhaltend hohe Motordrehzahlen und ständige starke Belastung vermieden werden .
Diese Einschränkung gilt nicht für Mehrbereichs-Leichtlauföle.
Bereits mit dem Golf 4 wurde der "Longlifservice" (bis 30.000 km) eingeführt. 0W-30 und 5W-30 waren nach der VW-Norm 504 00/507 00 da Standard. Also keineswegs nur für den skandinavischen oder sibirischen Markt gedacht!
Die Norm VW 501 01, bis 2008 die Norm für feste Ölwechselintervalle wurde im Golf 5 ab 2008 durch die VW 502 00 als Mindeststandard ersetzt.
Das sind alles Angaben aus Fahrzeugherstellerunterlagen wie Betriebsanleitungen oder Werkstatt-Serviceunterlagen. Die nennt man Primärquellen.
Andere Quellen mögen nicht zwingend falsch sein, verfolgen aber oft einen anderen Zweck - siehe "Ölwegweiser" LM.
Wie gesagt - mag Jeder glauben und tun was er will.
Aber Aussagen wie "10W-40 ist das einzig Richtige" oder "5W-40 ist viel zu dünn und Gift" stehen ohne die Nennung der Freigabenorm im krassen Widerspruch zu den Herstellerangaben.
Ansonsten mag man mir gerne mal erklären, warum ein 5W-40 bei kaltem Motor viel zu "dünn" sein soll, aber bei heißem Motor immer noch "dick" genug, um den Motor ausreichend zu schmieren? Ist es nicht so, dass die Viskosität jeder Flüssigkeit mit zunehmender Temperatur abnimmt?

Um auf eine Deine verlinkten Quellen zurückzukommen:
Auch die bestätigt meine Aussagen, dass bei Ölen weit aus mehr zu beachten ist, als nur die Viskositätsklasse.
Die Grafik zeigt, dass eben ein Mehrbereichsöl der Klasse xW-30 die Anforderungen der SAE(-Norm) nicht genauso erfüllt wie ein Einbereichsöl SAE 30.
Und
Zitat
HTHS-Viskosität (High Temperature, High Shear) ist heute ein weit verbreiteter Begriff. Dünneres Öl sorgt für weniger Widerstand und damit für einen geringeren Kraftstoffverbrauch. Dünnere kraftstoffsparende Öle haben einen niedrigeren HTHS-Wert. Wenn Ihr Motor dafür nicht geeignet ist, benötigen Sie ein Öl mit einem hohen HTHS-Wert. Die HTHS-Viskosität ist auf der Verpackung des Motoröls angegeben.
Bei einem HTHS-Test wird die Viskosität immer bei 150 °C gemessen. Die Hersteller verwenden die gleiche Viskosität, aber diese Öle können unterschiedliche HTHS-Werte haben. Zum Beispiel kann ein Hersteller ein 5W-30 Öl mit niedrigem HTHS Wert verwenden. Das Einfüllen dieses Öls in einen Motor, bei dem ein 5W-30 Öl mit hohem HTHS Wert empfohlen wird, kann zu Motorschäden führen.
Damit ist - zumindest von meiner Seite - ALLES geschrieben.
