Ach ja, Undichtigkeit kann man natürlich nie zu 100% ausschließen,
Doch, mit einer Nebelmaschine

Macht sich auch gut abgassseitig. Einfach ins Endrohr rein und dicht verschließen. Alternativ CO-Messstopfen am Krümmer.
Falls du die Einspritzventile noch nicht draußen hattest, würde ich mit großer Wahrscheinlichkeit von Falschluft ausgehen. Die O-Ringe drum herum sind nahezu immer undicht, wenn es noch die ersten sind. Auch dein Lambdawert von 1,3 spricht stark dafür, dass du ein oder mehrere Lecks hast. Je nach Temperatur und Dichte der Luft wirkt sich das dann mal mehr, mal weniger stark auf den Motorlauf aus.
Insgesamt sind die Symptome natürlich etwas wild und schlecht zuzuordnen. Man müsste eigentlich erstmal bei der "mechanischen" Basis starten:
- Steuerzeiten und Kompression
- passender Systemdruck (mit Manometer bei laufender Pumpe messen)
- leichtgängiger Steuerkolben und Luftmengenmesser (Hutze runter und mal die Stauscheibe hoch und runter bewegen), inkl. richtiger Ruhelage und passendem Leerweg der Stauscheibe (ist zwar eigentlich nie außer Soll, aber wer weiß was an deinem B3 schon gewerkelt wurde)
- gleichmäßiges Sprühbild, Benzinmenge und Dichtheit der Einspritzventile checken (Dichtheit auch beim Kaltstartventil). Geht beim 4-Zylinder recht einfach, da das Ansaugrohr nicht raus muss. Vorsicht aber bei den Plastikbechern in denen die Einspritzventile sitzen, die brechen sehr gerne auseinander. Weiterfahrt dann nicht mehr möglich ohne neue Becher.
- last but not least eine absolut dichte Unterdruckanlage und Abgasanlage bis zur Lambdasonde (mit Nebelmaschine sehr schnell und easy zu prüfen)
Ohne diese Voraussetzungen lässt sich nur schwer weiter darauf aufbauen. Wenn man dann weiter auf den elektronischen Teil schaut, sind die wichtigsten Stellgrößen für die KE der Temperaturfühler und die Lambdasonde. Damit wird der Drucksteller für alle Betriebszustände gefüttert. Hier muss man also sehr sicher sein, dass die Teile funktionieren und die Werte dann auch im Steuergerät bzw. am Ende beim Drucksteller ankommen (dazu Steuerstrom messen - hast du gemacht, offenbar an der Anfettungsgrenze) und auch vom Drucksteller ordnungsgemäß umgesetzt werden (Differenzdruck bestromt und unbestromt messen). Meiner Erfahrung nach liegen hier meist die schwerwiegendsten Probleme neben der berühmten Falschluft. Entweder ist die Lambdasonde überaltert und oder jemand hat schon wild am Drucksteller rumgedreht und der Differenzdruck ist außer Soll.
Der elektrische Rest ist dann tendenziell mehr "Feintuning" für die verschiedenen Betriebszustände (abgesehen von der Zündung natürlich). LLRV, Stauscheibenpoti, Drosselklappenschalter, AKF usw. würde ich bei Lambdawerten Richtung 1,3 also erstmal in den Hintergrund rücken. Kann man dann weiter nach schauen wenn z. B. Leistung fehlt oder der Leerlauf unsauber ist. Und natürlich wenn man den Steuerstrom final einstellen will.
Das LLRV wird an der blau-schwarzen Ader mit Zündplus über die Sicherung 28 versorgt. Über die grün-schwarze Ader wird es masseseitig vom Motorsteuergerät getaktet (Pin 17). Man muss also die Frequenz messen, um die exakte Ansteuerung prüfen zu können. Das Steuergerät registriert die Unterbrechung auf jeden Fall und legt sie auch im Fehlerspeicher ab (allerdings flüchtig).
Viel Erfolg 