Beiträge von stIner

    Das Problem ist behoben. Es war der Vergaser an sich.


    Ich vermute der Vorbesitzer hatte schonmal einen Vergaserrevision bzw. Reinigung ohne ausreichende Kenntnisse versucht und die Luftkorrekturdüsen viel zu fest angebrummt. Wenn man es hier übertreibt kann sich der Düsenstock mit dem Venturi heben und wird undicht. Weiß nicht wie diese Stöcke original gesetzt sind: ob thermisch gesetzt, gepresst oder geklebt.


    Es ist jetzt erstmal ein China-Keihin-Abklatsch-Tauschvergaser von Aliexpress für schmale 54€ mit Versand aus CZ drin.


    An diesen China-Gurken ist gut Nacharbeit nötig. Einfach auspacken und einbauen ist hier nicht. Gemacht hab ich:

    - Gußreste entgraten (bin mit Entgrater und Dremel mit Wolframcarbid Fräser angerückt und danach Alles penibel gereinigt)

    - Luftklappen Welle ausbauen und korrekt wieder einbauen (war falsch montiert, sodass die Pulldown-Dose keine Wirkung hätte)

    - Luftklappenspaltmaß einstellen (läuft über so ein Krokodilmaul, dass mit großem Schlitzschraubendreher korrekt aufgebogen wird, war 0.4mm muss 4.8mm sein)

    - Schrauben an Luftklappe sichern (war erstmal schön, dass die nicht gesichert waren, so hab ich die Welle rausbekommen, will aber nicht dass der Motor die irgendwann mal inhaliert)

    - Anschlag für zweite Drosselklappe einstellen (Madenschraube mit Konter)

    - Nadelventil tauschen (bei dem verbauten Ventil war die Feder fest)

    - Alle Düsen kontrolliert (sind tatsächlich alle korrekt)

    - Neue Dichtung zwischen Ober-/Unterteil (die China Dichtung zerhaut es bei der ersten Öffnung)

    - Einspritzmenge Beschleunigungspumpe Einstellen (Läuft über verbiegen des Anschlagbleches, war ein bisschen zu viel, wäre aber sicherlich gelaufen)

    - Leerlauf Drehzahl und Gemisch einstellen (Das war ja aber klar und ist immer nötig)

    - Schubanhebung einstellen (Madenschraube mit Konter)

    - Kaltleerlaufdrehzahl einstellen (wieder so ein Verbiege-Krokodilmaul)

    - Schwimmerstand lässt sich bei den China-Gurken nicht einstellen, der Nadelstock ist fest im Gehäuse eingeklebt. Der Stand stimmt aber halbwegs. Tendenz etwas niedrig aber gerade noch innerhalb der Toleranz.


    Mit allen Maßnahmen läuft der China Keihin Abklatsch wirklich gut. Das Überlaufen ist behoben, Kaltstart mit Choke 1a, saubere Gaßannahme in allen Lastbereichen, volle Leistung, sauberes Standgas, guter Übergang in eine gesunde Motorbremse bei Schub.


    Ich kann die China-Gurke also bedingt empfehlen. Weis aber nicht ob ich den Tauschvergaser so sauber eingestellt bekommen hätte wenn ich den originalen Keihin nicht vorher schon 5 mal zerlegt und zusammengebaut hätte, inzwischen in- und auswendig kenne und als Muster daneben liegen hab.


    Mal schauen ob der China Vergaser auch längerfristig so gut läuft. Vllt. schaue ich mir den originalen Vergaser in ner ruhigen Winterminute an, ob sich die Düsenstöcke doch noch retten lassen.


    Die Karre läuft jedenfalls erstmal und macht richtig Spaß beim Fahren. Bis Ende Oktober ist er noch angemeldet.

    Hmm, es ist doch nicht nur die heiße Ansaugluft. Er läuft immernoch über.


    Der Thermoschalter ist jetzt wieder tip top. Die Warmluftklappe tut jetzt 1a was sie soll. Der Vergaser wird auch nicht mehr sonderlich warm.


    Hier wie gewünscht Bilder von dem Thermoschalter:


    Der Vergaser beginnt bereits nach kurzer Fahrt mit dem Überlaufen. Heiß ist da noch gar Nix. Ein Überkochen ist es also doch nicht.


    Die Suche geht also weiter. :cursing: :dash:


    Meine Rest-Ideen wären:

    - Schwimmerstand gezielt niedriger einstellen (ist aktuell aber eigentlich entsprechend VAG Reparaturleitfaden korrekt eingestellt)

    - Umrüsten auf elektrische Niederdruck Benzinpumpe (ist irgendwie auch nur Pfusch, ging doch original auch mit mechanischer Pumpe)

    - Fehlersuche Aufgeben und kompletten Vergaser tauschen (gibt aber nur China Nachbauten zu halbwegs erschwinglichen Preisen)

    Hier mal ein kurzes Update zum Vergaser:


    Tausch der Benzinpumpe hat Nichts gebracht. Die Engitech Pumpe fördert quasi identisch zur bisher verbauten Pierburg. Beide Pumpen scheinen also ok zu sein.


    Wiedereinbau der komischen H-Brücke in der Kraftstoffleitung hat auch Nichts gebracht. Im Vergleich hat die neue Gasabscheider Dose einen deutlich freieren Rücklauf als die alte Dose. Bestimmt war die alte Dose gammlig und der Vorbestitzer hat diese H-Brücke eingebaut um keine neue Dose kaufen zu müssen. Es ist jetzt wieder die neue Dose drin und keine Pfusch-H-Brücke.


    Dann war ich nun so schlau wie zuvor. Habe nochmal Schwimmerstand und Nadelventil kontrolliert, auch bei voller Kammer mal richtig in den Kraftstoffschlauch geblasen. Erkenntniss: Alles dicht, kein Überlaufen und Benzin schmeckt eher herb ...


    Nach weiterem genauen Beobachten bin ich mir recht sicher, dass der Vergaser nicht überläuft sondern überkocht. Er wird also zu heiß und das Benzin fängt an zu sieden.


    Der Thermoschalter, welcher den Unterdruck zur Warmluft schaltet, war verdreckt/verklemmt und stand immer voll auf Warmluft. Damit wirds natürlich bisschen sehr warm im Vergaser...


    Ich habe den Thermoschalter mit Vergaserreiniger und Druckluft durchgereinigt und er öffnet wieder wenn ich ihn ein wenig warmföhne. Man höhrt jetzt auch wieder eine Kugel darin klappern, wenn man Ihn schüttelt.


    Testfahrt steht noch aus. Bin aber zuversichtlich. Ich geb nochmal Bescheid.

    Das ist ja das Eingenartige. Die Rücklaufleitung ist absolut freigängig. Ich habe dort schon Druckluft durchgejodelt, sowie mit einer großen 0.5L Spritze Benzin. Damit bekomme ich ohne Probleme 3 L/min in den Tank zurück.


    Ich bin inzwischen der Meinung es kann eigentlich nur noch irgendein Problem an Schwimmer oder Nadelventil sein.


    Ich muss mal schauen ob ich an die Ablassschraube vom Vergaser einen klaren Schlauch dicht montiert bekomme. Dann kann ich den nach oben legen und den Schwimmer-/Benzinstand live darin ablesen. Wenn der Stand über die Venturis steigt ist dort das Problem.


    wundergeläuf hast Du eine Teilenummer von der Drossel im Benzin Rücklauf? Ich kann dieses Teil in keiner ETKA Explosionszeichnung finden. Bist Du sicher, dass die Drossel in die Benzinleitung gehört? Ich wüsste nur von einer Drossel in der Druckluftleitung zu dem grünen Unterdruckball und der Pulldown-Dose an der Choke Klappe.

    Joa, Fachkenntnis zu den Keihein PKW Vergasern ist irgendwie ziemlich rar.

    In der freien Wildbahn im Netz findet man auch fast nur Moped Vergaser sobald der Name Keihin fällt.:/


    Insgesamt war nicht viel an dem Wagen verbastelt. Der Keihin-I Vergaser, SF-Motor, 5-Gang Getriebe und Auspuff mit U-Kat gehören auch so zusammen. Düsen im Vergaser sind auch alle korrekt.


    Es war nur durch langen Stand viel Mock im Vergaser. Zwei Unterdruckschäuche falsch gesteckt und die besagte eigenartige Bypass H-Brücke in der Benzinleitung vor der Gasabscheider Dose. Inzwischen ist eingentlich Alles gereinigt, neu gedichtet und die original Verschlauchung von Unterdruck und Benzin wiederhergestellt.


    Hier mal ein Bild vom Vergaser in hübsch sauber, aber halt leider noch inkontinent:


    Hier die Gasabscheider Dose, sowie in rot markiert der dubiose Bypass der vorher drin war:

    Von der Dose geht der Rücklauf zurück zum Tank. Muss ja bei mechanischer, also drehzalabhängiger, Benzinpumpe auch irgendwie wieder zurück.


    Benzinpumpe ist eine mechanische Pierburg mit Nummer 7 20 803 55 2-014 verbaut:

    VAG Nummer ist jedoch keine drauf. Die scheint also schonmal getauscht worden zu sein.


    Original sieht die Pumpe wohl so aus:

    Optisch erstmal fast identisch. Jedoch mit Pierburg Nummer 7 20 803 04 7-114 und der VAG 026 127 025 Nummer + VAG Logo drauf.


    Ist die Frage wie man die Pierburg Nummer interpretiert. Wenn die 55 in 7 20 803 55 der Fördermenge entspricht, wäre das Problem mit 55 statt 04 klar. :P


    Ich hab eine Engitech ENT110004 Pumpe herumliegen. Die ist wohl äquivalent zur VAG 026 127 025. Ich werde die mal einbauen und Veränderung an Rückfluss und Vergaser beobachten.


    Danke erstmal für die richtige Nummer der Pumpe!

    Es ist der alte Keihin 1 Vergaser. Ich glaube damals hieß der einfach nur Keihin Vergaser.

    Erst als der leicht andere Keihin 2 bzw. Keihin II Nachfolger heraus kam, wurde zur Unterscheidung die 1 oder I mit dazu genommen.


    Meine Daten und bisherigen Schritte der Reperatur sind aus dem VAG Audi 80 Reperaturleitfaden "Keihin I-Vergaser / TSZ-H Zündalange" 09.88 sowie dem Audi 80 "So wird gemacht" Buch.


    Deine Denkweise ist logisch. So hab ich auch versucht zu denken.


    Die 2. Drosselklappe ist von der Einstellung nochmal geprüft und ok. Die Grundeinstellung ist so, dass ein wirklich minimaler Spalt im geschlossenen Zustand vorliegt. Durch diesen Spalt kriecht das übergelaufene Benzin gen Motor.


    Das Benzin läuft ganz langsam aus den Venturidüsen über. Bei der 1. Stufe etwas weniger oder es fällt nur weniger auf. Bei der 2. Stufe bildet sich der See. Das Benzin läuft auch nach abgeschalteter Zündung noch ca. eine Minute nach. Daher ist es unabhängig vom Sog des Motors.


    Logisch komme ich im Gedankenkreis bei Schwimmer-/Benzinstand zu hoch heraus.


    Als ich den Wagen gekauft hatte, war auch vor der Gasabscheider Dose mit zwei T-Stücken ein zusätzlicher Bypass in den Benzinleitungen verbaut. Das deutet ja in die Richtung, dass die Schwimmernadel nicht gegen die Benzinpumpe ankommt. Da das original so nicht vorgesehen ist und der Wagen vor meinem Besitz allgemein nicht so pralle gepflegt war, hab ich diesen komischen Bypass erstmal ausgebaut. Ich war der Meinung mit ordentlicher Grundasanierung, neuem Nadelventil, neuer Gasabscheider Dose und freiem Rücklauf muss das auch ohne gehen.


    Kann eine mechanische Benzinpumpe einen Defekt erleiden wodurch sie zu viel fördert? Ich bin schon erstaunt wie viel Saft da bereits im Leerlauf kommt, wenn man den Rücklauf per Schlauch in einen Kanister leitet. Hat Jemand einen Sollwert parat wie viel L/min die Pumpe im Leerlauf fördern soll?


    Vllt. baue ich heute Abend den schrägen Bypass doch nochmal ein.

    Hallo,


    ich habe leider ein Problem mit einem Keihin 1 Vergaser in einem Audi 80 B3 (Typ 89) mit SF-Motor.


    Ich habe es mal "Vergaser läuft über" genannt. Es ist aber kein klassisches Überlaufen.


    Nach kurzer Fahrt sammelt sich Benzin auf der geschlossenen Drosselklappe der 2. Stufe. Es ergibt dann sogar einen 3-4mm tiefen See auf der Drosselklappe.

    Dieses Benzin tröpfelt natürlich langsam durch den Luftspalt an der Klappe vorbei und das Standgas ist komplett hinüber...


    Bisher wurde gemacht:

    - Vergaser per Ultraschall gereinigt

    - Alle Dichtungen neu (Beschleunigungspumpe Membran + O-Ringe, O-Ringe an den Düsen, große Dichtung zwischen Ober/Unterteil)

    - Schwimmernadelventil neu (Nadelstock + O-Ringe sowie Nadel)

    - Schwimmerstand nach Vorgabe eingestellt (9mm Abstand zum Gehäuse bei 60° geneigtem Vergaseroberteil, also so dass das Nippel in der Nadel gerade noch nicht einfedert)

    - Gasabscheider Dose neu

    - Rücklauf zum Tank geprüft, ist frei

    - Tankbelüftung inkl. Schwerkraftventil geprüft, ist frei


    Jetzt bin ich mit meinem Latein so langsam am Ende. Eigentlich ist doch alles tippi toppi, aber der Vergaser flutet immernoch die 2. Stufe.


    Gibt es hier einen Keihin Vergaser Guru? Woran könnte das noch liegen?


    Grüße | Simon