Im Jahr 1978 stand die Automobilwelt bei den Ingolstädtern ganz im Zeichen eines historischen Meilensteins. Seit dem Debüt der ersten Generation des Audi 80 (B1) im Jahr 1972 war es dem damals noch jungen Unternehmen gelungen, ein extrem erfolgreiches und imageprägendes Modell am Markt zu etablieren. Im Frühjahr 1978 knackte die Baureihe die magische Produktionsgrenze von einer Million Fahrzeugen.
Um diesen monumentalen Erfolg gebührend zu feiern, legte Audi im August 1978 ein exklusives und streng limitiertes Sondermodell auf: den Audi 80 Typ 82 „Super 80“, in Sammlerkreisen besser bekannt als „Millionenausgabe“. Da die Produktion der ersten Generation im selben Monat auslief, um Platz für den Nachfolger (B2) zu machen, fungierte der „Super 80“ gleichzeitig als hochklassiges Abschiedsmodell (Final Edition).
Das Farbkonzept und die Produktionszahlen
Die Exklusivität dieses Sondermodells definierte sich maßgeblich über sein streng limitiertes Farbprogramm. Audi bot den „Super 80“ in genau drei zeitgenössischen, hochwertigen Metallic-Lackierungen an. Die historische Besonderheit liegt in der exakten Aufteilung des Produktionskontingents: Jede der drei Farbvarianten wurde exakt 750 Mal gefertigt, was zu einer Gesamtauflage von genau 2.250 Fahrzeugen führte.
• Diamantsilber Metallic: Der klassische Jubiläumston, der die klaren, zeitlosen Linien des von Giorgetto Giugiaro entworfenen Designs unterstrich.
• Indianarot Metallic: Ein tiefer, kraftvoller Rotton, der dem Fahrzeug eine besonders edle und gleichzeitig sportliche Note verlieh.
• Azorenblau Metallic: Ein markantes, elegantes Metallic-Blau, das heute zu den absoluten Raritäten auf dem Oldtimer-Markt zählt.
Ausstattung und Interieur: Luxus trifft Sportlichkeit
Als technische und optische Basis für die „Millionenausgabe“ diente die gehobene L-Ausstattung des Audi 80 Typ 82. Für das Sondermodell schnürte Audi jedoch ein Paket, das optische Anleihen bei der legendären Sportversion GTE nahm und mit hohem Komfort kombinierte.
Exterieur-Highlights:
• Ein markanter, tief gezogener Frontspoiler (vom GTE-Modell) in Kombination mit einer sportlichen Auspuffblende.
• Ein serienmäßiges Kurbelschiebedach sowie eine sichere Verbundglas-Windschutzscheibe.
• Spezifische Radkappen mit glänzenden Zierringen, welche die Radhäuser optisch aufwerteten.
Interieur-Design:
Unabhängig davon, welche der drei Außenfarben gewählt wurde, besaßen alle Modelle denselben, harmonisch abgestimmten Innenraum. Die Sitze waren einheitlich mit hochwertigem Genuacord in warmem Braun bezogen. Ergänzt wurde das Interieur durch einen tiefflorigen Velours-Teppichboden, praktische Ablagentaschen an den vorderen Türverkleidungen sowie eine präzise analoge Zeituhr im Instrumententräger.
Die Motorisierungs-Matrix und technische Differenzierung
Der „Super 80“ war nicht an ein einzelnes Triebwerk gebunden, sondern konnte mit drei Leistungsstufen des bewährten, wassergekühlten Vierzylinder-Reihenmotors (Baureihe EA827) geordert werden. Je nach gewählter Motorisierung spendierte Audi dem Fahrzeug ab Werk ein jeweils anderes Radio-Modell und erweiterte Ausstattungskomponenten:
1. Die Basisvariante (1,3 Liter – 40 kW / 55 PS):
Vernunftorientierte Motorisierung für den Alltag. Ausgestattet ab Werk mit dem zeitgenössischen VAG-Serienradio Modell „Braunschweig“.
2. Die Komfortvariante (1,6 Liter – 55 kW / 75 PS):
Die goldene Mitte mit spürbar mehr Drehmoment. Diese Version rollte serienmäßig mit dem höherwertigen Radio Modell „Emden“ vom Band.
3. Die Topvariante (1,6 Liter – 63 kW / 85 PS):
Wer sich für die stärkste Ausführung entschied, erhielt ein echtes Performance-Upgrade. Diese Variante rückte optisch und technisch ganz nah an den GTE heran und bot zusätzliche Werksausstattung:
• Das Top-Radio Modell „Ingolstadt“.
• Einen integrierten Drehzahlmesser im Cockpit anstelle der Zeituhr.
• Eine sportliche Mittelkonsole inklusive eines analogen Voltmeters und einem beleuchteten Schaltschema.
• Breitere, sportlichere Stahlgürtelreifen im Format 175/70 SR 13.
Optional konnten Kunden die 75-PS- und 85-PS-Varianten mit einer komfortablen Dreigang-Automatik kombinieren sowie flexibel zwischen der zwei- und viertürigen Karosserieform wählen.
Historischer Stellenwert heute
Der Audi 80 Typ 82 „Super 80“ markiert den Wendepunkt von Audi hin zu einem Premiumhersteller, der Luxus und sportliche Attribute geschickt miteinander verknüpfte. Aufgrund der extremen Kurzzeitproduktion im August 1978, der strengen Limitierung auf jeweils 750 Stück pro Farbe und der damaligen Rostanfälligkeit der Karosserien gilt die „Millionenausgabe“ heute als eine der gesuchtesten Raritäten der Ingolstädter Markengeschichte. Ein originaler „Super 80“ in einer der drei Metallic-Farben ist auf heutigen Oldtimer-Treffen ein absolutes Einzelstück.