Habe vor lauter Tun (und Schweiß auf der Stirn, ob ich das am Ende alles wieder zusammenkriege) völlig vergessen Fotos zu machen, ist im Tank selber auch blöd, man hat ja nur die etwa 15 cm runde Öffnung am Kofferraumboden. Ich dachte das ist in einem Tag erledigt, deshalb habe ich es gescheut den ganzen Tank auszubauen und ausgebaut zu reinigen, .... aber am Ende habe ich etwa 1 Woche lang am Tank und seinen Innereien rumgemacht.
In Summe etwa zwei Hände voll Rost rausgeholt, die Reste von "aufgelösten" alten Benzinpumpen, völlig abgerostetem Draht des Schwimmers vom Tankgeber und dem völlig abgerosteten Tankentnehmer der Standheizung.
Nach dem Benzinabsaugen, immer wieder mit neuen, trockenen Lappen die Rostige Schmiere auswischen, bis alles Trocken ist, dann sieht man erst die verkrusteten Lagen aus Rost, überall wo man hinkam, mit Gummihandschuhen die bis an die Schulter gehen, den ganzen Arm bis zur Schulter in dem Loch drin, aber man kommt nicht ganz bis ans Ende auf der linken Seite, und dann sieht man ja auch nie was man gerade wischt.
Wenn der Arm im Loch steckt sieht man nichts mehr und kann sich nur noch auf das Fühlen verlassen. Wenn der Arm draußen ist, immer wieder nachschauen wo noch was ist, nach dem Abtrockenen Lassen, und wieder wischen, wieder trocknen immer wieder, mit alkoholhaltigem Lappen, ....
Nach dem alles rausgewischt war was ging und der Tank völlig trocken war, blieben viele Stellen aus vertrocknetem Rost, der so brutal fest am Tankboden haftete, dass ich dann mit Stahlwolle in der Hand im Tank das wegschleifen dieser Stellen anfing.
Am Ende war alles voller Roststaub, den ich mit dem Schlauch meines Industriestausaugers erst grob rausgesaugt habe, und dann gleichzeitig Pressluft reingeblasen habe, weil man auch mit dem saugschlauch nicht überall hinkommt. Die idee war, alles aus den Ecken rauszublasen, so, dass es der Staubsauber vor die Nase bekommt. ... alles grobe, ..... und am Ende wieder mit Ethanol getränktem Lappen den Feinstaub feucht rauswischen.
Das wiederholt man so lange bis man dann irgend wann feststellt, er wird trotzdem nicht ganz wie neu, und sich immer die Frage stellt: Lass ich es jetzt gut sein, oder diese / jene Stelle doch nochmal, ....
Und der Staubsauger mit dem Saugschlauch im Tank lief fast dauern zu, vor allem am Anfang, hatte ich vergessen zu sagen, wenn noch Benzinreste drin sind, um die Benzindämpfe aus dem Tank vor meiner Nase abzusaugen .... Da ist einem am Abend und in der Nach eh schlecht von all den Dämpfen, trotz Absaugen, wenn man das tagelang macht.
Eine Arbeit die keinen Spaß macht und vor der ich dachte, dass sie schneller und einfacher geht, wie am Ende erlebt.
Schließlich war alles so sauber, dass ich damit leben kann / muss.
In und um den Schlingertopf ist es am blödesten, da kommt man nur mit einem flachen Federstahl und dünnem, feuchten Lappen stellenweise drunter, mit einem Metallstück oder gebogenem Draht und drüberstülptem Lappen in die Löcher, Ecken und Kanten.... aber auch nicht ganz, ... zwischendurch mit dem Edoskop in die Löcher geschaut, und dann weitergepopelt, .... und nach dem Trocknen wieder mit Pressluft in die Ecken und Spalte geblasen.
Den Topf in der Mitte unten habe ich am Ende drin gelassen, da ich nicht weiß wie und ob der überhaupt rausgeht.
Der ist aus POM wie der Halter des Füllstandsgeber. Ich kenne POM im neuen Zustand, aber mehr als 30 Jahre Benzin und Luft schaffen es auch POM spröder werden zu lassen, hätte ich nicht gedacht, nicht steinhart wie PVC, aber doch merklich.
Beim Versuch den Einrastmechanismus des Füllstandsgebers etwas "nachzubiegen", weil der nicht mehr so gut am Topf eingerastet ist, ist mir dort
der Hebel zum Zurückdrücken des Schnappverschlusses abgebrochen. An einem POM Teil wohlgemerkt, das bricht so normal nicht, bestenfalls verbiegt es sich erstmal ... ich hoffe ich brauche das nie wieder auszubauen, ....
Wenn man aber weiß wo der Druckpunkt sitzt, und wo man das Teil abgebrochen hat, geht das vermutlich auch auch mit einem Schraubendreher als "Druckstück" beim Wiederausbau.
Was ich dabei gelernt habe:
Der Topf am Boden dient als Beruhigungstopf (Schlingerbehälter) und ist wie ein Simmertopf zum Milchkochen aufgebaut (doppelwandig), in dem mitten drin die Benzipumpe sitzt. Unten kann sie über einen Filterkorp Benzin ansaugen. Rechts (wenn man vor dem Kofferraum steht) gibt es einen tangentialen Ausgang nach außen, und auf der linken Seite ist, was man nur mit einem Edoskop sieht, eine Rückstauklappe mit Gummidichtung (loser Gummilappen) eingebaut. Das ist eine oben aufgehängte Klappe die seitlich schwingen kann, und den Topf von innen nach Außen beim Schließen dichtet.
Der Sprit kann von links reinlaufen (bei Fahrt in eine Linkskurve geht diese Klappe nach Innen auf und lässt Sprit in den inneren Topf laufen) und bei einer Rechtskurve, wenn der Sprit rausfließen würde, geht die Klappe zu und hält den Sprit im inneren des Schlingertopfs zurück, damit die Benzinpumpe bei niedrigem Benzinstand und hin und herschwappendem Benzin keine Luft ansaugt.
Dieses Teil sieht man ohne Endoskop nicht. Beim Reinigen hatte ich mit der Hand nur das Gefühl, dass sich da was ein- und ausrasten lässt, und ich dachte, das ist ein Mechanismus um den Topf vielleicht doch ausbauen zu können. Als ich dann aber länger drauf rumgedrückt und hin und her bewegt habe (ohne dabei irgend etwas sehen zu können), hatte ich am Ende die Stauklappe aus ihrer Halterung in den hohlen Schlingertopf hinein gedrückt .... da wusst ich noch gar nicht was das für ein Teil ist und was es für eine Funktionn hat, nur dass ich dieses Teil da irgendwie wieder rausholen musste, egal wie.
Ein Wunder, dass ich das da wieder heil rausgebracht habe, mit etwas Gewalt und schräggestellt, damit es durch die Öffnung nach außen rausging. Erst beim Ansehen dieses Teiles mit dem daran befestigtem Gummilappen zum Abdichten, wurde mir so langsam die Funktion dieser Klappe klar, und das ich sie am Ende auch dort wieder hineinpressen muss, wo ich sie gerade mühevoll rausgepresst habe, um sie dann auch noch am Schnappscharnier oben außen einzuhängen und einzupressen, damit sie schön schaukeln kann bei Kurvenfahrt.
Das Einbauen dieses Klappe hat mich mehr als 3 Stunden Fummelei gekostet, bei der ich mehrmals aufgeben wollte, denn du siehst nicht wo deine Hand ist, wenn der Arm bis zur Schulter im Loch steckt und du kommst schon so kaum mit der Hand an die Stelle wo du was einbauen sollst.
Mit dem Endoskop habe ich mir dann das verbleibende Loch ins Innere des Topfes lange und mehrfach angeschaut, die Rückstauklappe in der Hand angesehen, und mir dann mit der Funktionsweise, die ich am Anfang gar nicht kannte, überlegt, wie ich sie dort wieder hineinbekomme.
Diese Klappe muss ja von innen nach außen im Topinneren schließen und dichten, und ist nur schräg gestellt durch die rechteckige Öffnung ins innere zu pressen, mit etwas Gewalt, ohne was kaput zu machen, so wie ich sie herausgezerrt habe, ohne zu wissen, dass das Unfug ist.
Wenn sie drin ist im Topf muss man versuchen sie irgend wie drinen gerade zu stellen, und dann wieder oben und außen am Topf einzurasten, ... alles blind, ohne hinschauen zu können.... kaum zu beschreiben ohne Fotos oder Video ....
Und wenn der halbe Arm im Tank steckt und die Hand innen vor dem rechteckigen Loch der Stauklappe rumfummelt, sieht man auch mit dem Endoskop nicht mehr viel, weil die Hand beim Arbeiten dort alles verdeckt. Man kann nur versucht sich einzuprägen wie man sie halten muss und wo man dann drücken / ziehen muss, um die Klappe da wieder korrekt einzubauen. Der Rest nach dem ansehen und Überlegen geht nur noch mit Fühlen, ohne was zu sehen.
Blöd dabei ist noch dazu, dass die Öffnung im Schlingertopf auf der linken Seite des Topfes liegt und der Topf selbst auch noch seitlich nach links versetzt zum Loch im Tank liegt. An diese Stelle kommt man schon so, wegen dem Versatz, kaum mit der Hand hin, geschweige denn dann dort auch noch was nur mit Fühlen einbauen zu müssen, wenn der Arm das ganze Loch im Tank verschließt ....
Ich habe schon fast nicht mehr dran geglaubt, dass ich dieses Teil
wieder heile und funktionsfähig dort reinbekomme, nachdem ich vorher ein
Teil am Halter des Füllstandsgebers abgebrochen hatte ....
Ende gut, alles gut, ein paar Erfahrungen reicher von diesem Projekt.
Ob am Ende alles einfacher gewesen wäre, bei ausgebautem Tank?
Manches sicher, manches wäre vermutlich trotzdem (oder erst recht) in die Hose gegangen, denn wenn man dann versucht hätte (wie gedacht) den Tank innen mit einem Hochruckreiniger zu säubern, weiss ich nicht was von der fragilen Mechanik des Schlingertopfes mit der Rückstauklappe übrig geblieben wäre.
Und auch bei einem ausgebauten Tank würde man beim Hineinsehen genauso wenig sehen, und genauso wenig mit der Hand im Loch irgend etwas besser oder leichter (wie die Rückstauklappe) ein- oder ausbauen können, ....
An der neuen Benzinpumpe habe ich dann auch neue Kabel und neue Krimpkontakte in den gereinigten Steckergehäusen verbaut, war alles völlig korrodiert, und das gleiche am Füllstandsgeber, neues Kabel an der Keramikplatine angelötet und neue Crimpkontakte im Steckergehäuse.
Jetzt wo alles wieder sauber ist (soweit möglich) und eingebaut, denke ich mir, wenn ich Zeit finde, werde ich vielleicht mal einen gebrauchten, ausgebauten Tank besorgen, aufschneiden und mal schauen, wie dieser Schlingertopf am Tankboden wirklich befestigt ist, das reizt mich noch, und ob man ihn doch rausbekommen hätte, wenn man gewusst hätte wie er am Tankboden befestigt ist, ..... und wenn ja, wie man dabei keine Nasen / Rastungen einer Befestigung, falls es diese gibt, abgebrochen hätte.
In einem "JETZT HELFE ICH MIR SELBST" Buch von einem Audi 80 steht irgendwo bei einer Abbildung, dass dieser Topf angeblich im Tank eingeklebt ist. Das kann ich mir aber bei dieser Position nur schwer vorstellen, dass man das vor mehr als 30 Jahren so gemacht hat, ....