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swolle

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1

Mittwoch, 17. April 2019, 09:45

Verliebt in Audi 80 GLS

Hallo zusammen,
ich bin Software-Programmierer, also wirklich kein KFZ-Bastler. Kenne mich leider einfach nicht gut mit Autos aus. Weiß aber was mir gefällt ;) Aktuell dieses Schmuckstück. Keine Ahnung ob es wirklich ein Schmuckstück ist, aber ich finde es sieht einfach voll geil aus!
https://suchen.mobile.de/fahrzeuge/details.html?id=277158060
Schön wäre wenn ich es durch den TÜV kriege (mir erst mal egal ob als Oldtimer oder nicht) und dann sollte es mich am besten morgens zuverlässig zur Arbeit und abends wieder zurück bringen. Wird dieses Auto das schaffen (Sommer wie Winter)?
1.500€ investiere ich gerne noch Mal. Ich habe in der Nachbarschaft eine "Werkstatt" die da vielleicht einiges für mich machen würde...

Ich freue mich auf eure Antworten - danke schon Mal!

ErikS

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2

Mittwoch, 17. April 2019, 14:32

Leider sind die Fotos der Anzeige nur von bescheidener Qualität und es fehlen diverse Fotos wie zum Beispiel vom Motorraum oder Unterboden, wobei eine echte Einschätzung bei solchen Youngtimern nur direkt vor Ort möglich ist, da besonders Rost ein Thema ist. Der anscheinend gut erhaltene und gepflegte Innenraum kann leicht über weitere Probleme hinwegtäuschen.

Zu Deiner Frage: Ein solches Fahrzeug kann Dich im guten gepflegten und gewarteten Zustand durchaus täglich von A nach B bringen, aber Kurzstrecken mögen auch diese Fahrzeuge nicht und ohne Pflegeaufwand und Verständnis für das Fahrzeug geht es nicht. Wir reden von einem Audi B1, dessen Konstruktion und Technik aus den 1960ern ist, dessen Ersatzteile es nicht an jeder Ecke gibt sondern bei darauf spezialisierten Händlern und natürlich nicht zu Discount Preisen. Selbst wenn die Technik überschaubar und nachvollziehbar ist, sind trotzdem nicht alle Werkstätten damit vertraut.

Gerade bei solchen Fahrzeugen scheint es mir relevant, mehr als nur einen Wagen dieses Typs Probe gefahren zu sein, um überhaupt ein Gespür für dieses zu bekommen und festzustellen, ob die antiquierte Technik passt oder es nicht besser ein guter gebrauchter Golf mit kurzen Bremswegen, Airbags etc. pp. sein sollte.

Nicht nur beim Kauf eines solchen Wagens zählt, nicht zu zögern, einen Fragenkatalog abzuarbeiten, der wie nachfolgend ausschauen kann und keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat und nichts mit der eigenen Begutachtung, Einschätzung des Fahrzeugs zu tun hat.

  • Wie lange haben Sie den Wagen schon?
  • Warum geben Sie den Wagen ab?
  • Ist der Wagen unfallfrei und wie ist die Laufleistung? Wenn, wie in diesem Fall, der Tacho defekt ist, kann eine Laufleistung belastbar geschätzt werden?
  • Kann der Wagen Probe gefahren werden?
  • Läuft der Motor? Bitte an den Verkäufer, diesen vor einer Probefahrt nicht anzulassen, so dass ein Kaltstart mit der folgenden Warmlaufphase möglich ist.
  • Ist das Getriebe in Ordnung, schalten alle Gänge sauber, auch der Rückwärtsgang?
  • Was wurde in den letzten Jahren an dem Fahrzeug gemacht? Liegen Belege (original), offizielle Rechnungen (original) und Fotos vor?
  • Was wurde selbst gemacht, was von einer Fachwerkstatt?
  • Gibt es die Möglichkeit, den Wagen auf einer Hebebühne zu besichtigen?
  • Liegt ein Gutachten vor, TÜV Berichte usw.?
  • Was mögen Sie an dem Wagen und was nicht?

Es gibt noch ein paar Fragen mehr, die ich einerseits den Rahmen sprengen und andererseits bewusst nicht widergebe, da die Reaktionen auf solche meist sehr erhellend sind.

Was mich in der Anzeige wundert, ist die Erwähnung von roten Kennzeichen, die heute nur noch Händler haben.

Esst mehr Buchstabensuppe, dann kotzt Ihr schönere Worte!


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swolle (18.04.2019)

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3

Mittwoch, 17. April 2019, 16:17

Zitat

  • Wie lange haben Sie den Wagen schon?
  • Warum geben Sie den Wagen ab?
  • Ist der Wagen unfallfrei und wie ist die Laufleistung? Wenn, wie in diesem Fall, der Tacho defekt ist, kann eine Laufleistung belastbar geschätzt werden?
  • Kann der Wagen Probe gefahren werden?
  • Läuft der Motor? Bitte an den Verkäufer, diesen vor einer Probefahrt nicht anzulassen, so dass ein Kaltstart mit der folgenden Warmlaufphase möglich ist.
  • Ist das Getriebe in Ordnung, schalten alle Gänge sauber, auch der Rückwärtsgang?
  • Was wurde in den letzten Jahren an dem Fahrzeug gemacht? Liegen Belege (original), offizielle Rechnungen (original) und Fotos vor?
  • Was wurde selbst gemacht, was von einer Fachwerkstatt?
  • Gibt es die Möglichkeit, den Wagen auf einer Hebebühne zu besichtigen?
  • Liegt ein Gutachten vor, TÜV Berichte usw.?
  • Was mögen Sie an dem Wagen und was nicht?
Gute Fragen! Machst du sonst Einstellungsgespräche? ;)

Zitat

Was mich in der Anzeige wundert, ist die Erwähnung von roten Kennzeichen, die heute nur noch Händler haben.
Könnte ein 07er Kennzeichen sein. Das bekommst du auch privat. Jede durchgeführte Fahrt muss übrigens in einem Fahrtenbuch verzeichnet sein und sollte somit nachweisbar sein.
Audi 90 2.3E CA9 NG Automatik| BJ: 09/90 | EZ: 11/91 | Alpinweiß | 200.000 km | Zusatzinstrumente | 4x EFH, ESD, Spiegel | Klima | Tempomat | 2. Hand, unverbastelt

swolle

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Mittwoch, 17. April 2019, 16:46

Hey ErikS,
vielen lieben Dank - eine super Antwort!!!

Ich glaub ich muss mir das Auto kaufen um einen Grund zu haben in diesem Forum zu bleiben ;)

Der Preis ist überschaubar. Vielleicht muss ich mir den einfach kaufen und wenns schlecht läuft lasse ich halt ein bisschen Geld sitzen.

PS. Ja, die rote Nummer ist ein 07er Kennzeichen...

Stefan

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Mittwoch, 17. April 2019, 17:20

Zitat

PS. Ja, die rote Nummer ist ein 07er Kennzeichen...
Es gibt unterschiedlicher rote Nummern oder hast du den Verkäufer bereits gefragt?
Audi 90 2.3E CA9 NG Automatik| BJ: 09/90 | EZ: 11/91 | Alpinweiß | 200.000 km | Zusatzinstrumente | 4x EFH, ESD, Spiegel | Klima | Tempomat | 2. Hand, unverbastelt

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swolle

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Mittwoch, 17. April 2019, 21:08

Zu dem Kennzeichen - Ich habe den Verkäufer bereits gefragt.

Ich habe gerade nochmal mit ihm telefoniert.

- Also die Fotos sind wirklich miserabel, aber das kann ich leider nicht ändern
- Eine Hebebühne oder Grube hat er leider nicht.
- Das Auto springt sofort an, also Probefahrt ist möglich.
- Öl würde keins auslaufen. Lediglich n bisschen schwitzen.
- TÜV Berichte und H-Bericht liegen aus dem Jahr 2014 vor.
- Das Auto hat scheinbar nur eine ältere Dame gefahren.
. Der aktuelle Besitzer nur mal im Sommer (ca 1000km)

Ich habe n bisschen Schiss, dass ich das Auto zu meiner Werkstatt bringe und diese mir dann sagt, dass es sau teuer wird (>1.500€).

MichaP

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Donnerstag, 18. April 2019, 07:05

Du kannst die ganze Prozedur auch abkürzen.
Suche einfach an dem Auto nach Rost.
Und zwar gründlich.

Der B1 stammt noch aus der Zeit, als Autos einfach weggerostet sind. Es gibt genug Stellen,an denen ein B1 sichtbar Rostansätze zeigt. Die Kotflügel hat der Verkäufer ja zumindest erwähnt, das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht die einzige Stelle. Und dann ist dein Reparaturbudget von <1500€ ganz schnell aufgebraucht.
Das KBA sagt, vom 0588/492 gibts noch 128112 Zugelassene.Einer steht bei mir ;)

swolle

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Donnerstag, 18. April 2019, 07:22

Naja auf den Fotos kann man ja schon ein paar Stellen mit Rost sehen. Hier zum Beispiel am Kotflügel. Laut Verkäufer die schlimmste Stelle. Ich kann aber nicht beurteilen wie schlimm dies ist und ob der so durch den normalen TÜV kommt.



Kann ich denn so viel falsch machen wenn ich das Auto einfach kaufe? Wenn die Werkstatt sagt ist Mist, verkaufe ich ihn halt wieder und lasse mit Glück 500€ sitzen?

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9

Donnerstag, 18. April 2019, 12:54

Wenn ich das so zusammenfasse -Interesse an einem günstigen Oldtimer aus der rostanfälligen Zeit, aber keine Schrauberambitionen- denke ich als Berufspessimist, dass die Chance auf eine dauerhafte Beziehung irgendwo zwischen sehr mäßig und katastrophal stehen.

Entweder das Auto ist voll durchrepariert und dann sehr teuer (und zu schade, um ihn im nächsten Winter wieder durchzureichen) oder Du versenkst mit Hilfe von Werkstätten ein kleines Vermögen darin. Mal davon abgesehen, dass ein ABS-loser Oldie im Winter nur eingeschränkte Chancen hat, das Frühjahr beulenfrei zu erleben.

Du kannst natürlich ganz viel fragen, das hilft nur leider nichts. Diese Generation Auto muss von jemandem, der die Schwachstellen kennt, durchgesehen werden. Und wäre der Wagen ein Schnäppchen, würde ihn ein Kenner kaufen, während Du noch im Forum nach Hilfe suchst.

Die 1500, die Du als Investition anpeilst, versenke ich schon gerade in einen ohnehin gut gepflegten viel jüngeren 80er. Blech- und Lackarbeiten sind teuer, Gebrauchtteile in gutem Zustand selten.
Bis dann,

Micha
und der Digi-fant

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swolle

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Donnerstag, 18. April 2019, 13:12

Ich möchte das Auto nur fahren. Nicht restaurieren. Hört sich für viele hier vermutlich seltsam an, aber ich mag es wenn ein solches Auto ein bisschen sein Leben zeigt. Ne Beule oder ein paar Kratzer stören mich nicht. Möchte es einfach nur fahren...

Kommt nicht jemand aus der Ecke Gladbach und möchte für ne Kiste Bier eine Beurteilung abgeben? ;)

Vielen Dank schon Mal für eure Antworten. Habt mir wirklich weiter geholfen!

ErikS

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Donnerstag, 18. April 2019, 13:32

Kann ich denn so viel falsch machen wenn ich das Auto einfach kaufe? Wenn die Werkstatt sagt ist Mist, verkaufe ich ihn halt wieder und lasse mit Glück 500€ sitzen?
Die klare Antwort ist "JA!".
Mit Pech bleibst Du auf 2.500 Euro sitzen, weil nur die Innenausstattung und ein paar Kleinteile den Wert des Fahrzeugs ausmachen, der Rest jedoch schlichtweg rott ist und der Wert des Fahrzeugs im Zustand 5 bei gut 500 Euro liegt. Dazu addieren sich vielleicht noch die Kosten für Abholung, Stellplatz, erste Werkstattrechnungnen und und und... Das nennt sich dann Lehrgeld, was durchaus besser investiert werden kann. Zum Beispiel gibt es in Oldtimer Markt diverse Artikel für kleines Geld. Weiter kannst Du einen Gebrauchten bei den ADAC Prüfdiensten durchchecken lassen, in Abstimmung mit dem Verkäufer direkt zu einer Prüforganisation oder Du suchst Dir eine Werkstatt in der Nähe, welche einen Blick auf den Wagen wirft. Selbst wenn es sich nicht um Spezialisten für diesen Typ handelt, sollte die Bewertung deutlich genug sein, um eine eigene Abschätzung treffen zu können und Dein finanzieller Einsatz bleibt mit ca. 100,00 Euro überschaubar.
Da gute Fahrzeuge im Mittel bei 5.000 Euro liegen, würde ich mich eher hierauf konzentrieren und mir als Anfänger einen gepflegten, teilrestaturierten Wagen mit TÜV kaufen. Meist sind diese Fahrzeuge schon länger in einer Hand und es gibt einen schönen Ordner mit Rechnungen, Werkstattbelegen, Prüfberichten und Fotos, die zeigen, dass über die Jahre mehr in den Wagen investiert wurde als jetzt verlangt wird.


Naja auf den Fotos kann man ja schon ein paar Stellen mit Rost sehen. Hier zum Beispiel am Kotflügel. Laut Verkäufer die schlimmste Stelle. Ich kann aber nicht beurteilen wie schlimm dies ist und ob der so durch den normalen TÜV kommt.
Wenn es an den Kotflügelkanten rostet und hier scheint scheinen die Stehbleche der Kotflügelaufnahme schon weggerostet, wird es nicht die einzige Stelle sein. Der Jahrgang hat leider das Pech, dass er aus einer Zeit stammt als mit einem zu hohen Schrottanteil im Blech gearbeitet wurde, was zu einer verstärkten Rostbildung führte.


Könnte ein 07er Kennzeichen sein. Das bekommst du auch privat. Jede durchgeführte Fahrt muss übrigens in einem Fahrtenbuch verzeichnet sein und sollte somit nachweisbar sein.
Das ist mir später auch noch eingefallen, aber das 07er Kennzeichen wird genauso genannt und nicht rotes Kennzeichen. Der Grund für Fahrten ist stark eingeschränkt und die geforderte Verkehrssicherheit bedeutet theoretisch gültiger TÜV.


Gute Fragen! Machst du sonst Einstellungsgespräche? ;)
Zum Glück muss ich nur sehr selten bei Interviews zugegen sein und meine Lieblingsfrage ist die nach Referenzen, welche wir kontaktieren dürfen, um die Belastbarkeit des Erzählten zu prüfen. Selbst wenn ich das nicht wirklich will, sagen die Reaktionen meist mehr als genug. Gilt übrigens auch für die Frage an den Autoverkäufer, ob ich mit dem Vorbesitzer Kontakt aufnehmen kann. Es ist schon faszinierend, was es für Geschichten und Ausreden gibt, warum dies nicht möglich sei.

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Donnerstag, 18. April 2019, 23:26

Lieber Nicht

Hallo ,

der Audi 80 Typ 82 ist durchaus mein Spezialgebiet und das Highlight meiner kleinen Audi Sammlung . Vor 32 Jahren kaufte ich mir auch einen GLS ,
der nach knapp 2 Monaten wegen Rost und nicht zu behebenden Vergaser Problem ganz schnell wieder ging . Um einen Motor zu haben der keine
Probleme macht kam dann ein GTE im selben Kupfermetallic , der ging wie die Hölle aber der Rost war so schlimm das ich den Tüv nicht ganz runter fahren konnte , schon um zu überleben war das einzig richtige die Nummernschilder endgültig abzuschrauben . Nach 1,5 Jahren Betrieb war der Wagen technisch
Top aber alles was investiert wurde wäre fast teuer Lehrgeld geworden hätte ich nicht einen baugleichen GTE in hellgrün gefunden der im Vergleich sehr
wenig Rost hatte . Also aus 2 einen gemacht und so fährt er bis heute , seit exakt 27 Jahren bei mir . Trotzdem war es nie leicht , habe 6 - 8 Audi dieses Typs geschlachtet um eine weitere Nutzung zu realisieren , im laufe der Zeit wurde dann auch mal geschweißt , aber nie am Rahmen oder tragenden Teilen .

Um das ganze auf den Punkt zu bringen , ich rate davon ab und als Daily Driver ist der einfach zu alt . Kommt dieses Blech ständig mit Regen oder gar
Streusalz im Winter in Kontakt explodiert der Rost geradezu und alle wichtigen Check Ecken dieses Audi aufzuzählen sprengt hier den Rahmen .

Ich empfehle dir das Nachfolge Modell B2 Typ 81 , er ist allerdings auch erst ab ende 1981 zu empfehlen da erst ab da eine nennenswerte Rostvorsorge ab
Werk vorhanden war . Und für das was du ausgeben willst ist in dem Bereich fast nur gutes zu erwarten , richtig prüfen muss man den natürlich auch .

Viele Bleche die der Wagen vermutlich braucht gibt es nicht mehr , vor über 20 Jahren kaufte ich Reste auf die es heute nicht mehr gibt . Und wenn man
es nicht selber macht sind 5000 € ganz schnell verbraten , der Stundensatz für Karosserie arbeiten dürfte heute bei ca . 150 € liegen . Danach kommt dann noch die Technik die für eine erfolgreiche Tüv Abnahme genauso wichtig ist . Wo das in Euro hin führt ist uns sicher allen klar .

So ein Modell ist nur im Top Zustand empfehlenswert und wirtschaftlich zu betreiben und viel zu schade für Winterbetrieb . Und von Autos mit roter 07 Nummer vom unbekannten Vorbesitzer halte ich gar nichts , die haben meist schon zig Jahre keine Tüv Prüfung mehr gehabt und in der Regel wird da
nur was dran gemacht wenn das Fahren beeinträchtigt wird . Ausnahmen gibt es natürlich , aber das ist selten und aufgrund fehlender Tüv Berichte kaum
nachvollziehbar . Rechnungen und Unterlagen können von dem Wagen sein , müssen aber nicht da ja immer das selbe Sammler Kennzeichen auf den
wenn vorhanden Unterlagen steht . Ich mache vieles selbst und verwende weil neu nicht verfügbar oft gebrauchte Teile aus eigener Quelle , eine lückenlose
Doku kann so gar nicht entstehen . Aber alle meine Audis sind richtig zugelassen und alle 2 Jahre gibt es einen neuen Tüv Bericht der über jeden Zweifel erhaben ist . Die Ersatzteilsituation ist außer bei den üblichen Verschleissteilen mega schlecht , denke das solltest du vorher wissen .

Falls du ihn kaufen wirst und es stellt sich raus das der Rost schon gesiegt hat wirst du den nicht mal für die hälfte wieder los , es gibt keine nachfrage für schlechte Audis in dem Alter ( Ausnahme Urquattro ) . Denk über den Typ 81 nach , gab es auch in dieser Farbe und der ist deutlich stabiler .

Viele Grüsse

Michael

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Freitag, 19. April 2019, 01:08

..und selbst für einen brauchbaren b2 wird das angestrebte Budget mittlerweile denkbar knapp, beim vom TE angedachten Budget von 3k€ für Kauf und max 1,5k€ für erste Investitionen sehe ich eher einen B3 oder B4 in Reichweite. Oder der TE hat einfach Glück. Darauf kann man sich nur leider nicht verlassen
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Freitag, 19. April 2019, 07:14

Ich möchte das Auto nur fahren. Nicht restaurieren.


Würdest Du ihn restaurieren wollen, könntest Du an Dein Budget noch eine Null dranhängen.
Bis dann,

Micha
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Freitag, 19. April 2019, 08:04

Habe mir eben erst die Bilder vom Audi angesehen , der Tacho kann so nicht original sein da der GLS wie der GTE einen
großen Drehzahlmesser serienmässig ab Werk hatte . Egal , der Zähler ist ja defekt und so ein Cockpit mit DZM ist
durchaus noch zu finden ( ob da dann der KM Zähler geht ???? ) . Den wirklichen KM Stand kann man nur schätzen was
ich aus technischer Sicht nicht schlimm finde , dem Innenraum nach zu urteilen hat er wohl noch keine 100 TKM weg .

Sonst macht er von oben einen guten Eindruck , ich kann dich verstehen . Die Innenausstattung in Limone ist echt Top ,
der Dach Himmel ein Träumchen . Es gibt Rostpickelchen um das Schiebedach ? In der Regel geht da der Schraubenzieher
durch , das war bei beiden mit Schiebedach die ich geschlachtet habe so . Lacktechnisch schwer zu beheben da man diese
Farbe im jetzigen Stadium kaum 100 % passend zum Rest lackieren kann . Gleiches gilt für die Kotflügel wenn du keine
ohne Rost in der Farbe findest . Unter dem Kotflügel wird sich weiterer Rost zeigen , da bin ich mir sicher . Da es noch
keine Innenkotflügel gab ( erst ab 1984 beim B2 ) lagert sich in ecken und winkeln Strassendreck an der wie ein
Schwamm das Blech immer schön feucht hält , das ist wie Rost züchten .

Habe mir vor ca . 10 Jahren die Augen gerieben , da stand im Audi Zentrum bei uns so ein Modell in Senfgelb zwischen
den Jahreswagen und jungen Gebrauchten . Auf dem Tacho stand 43 TKM und der Preis lag knapp unter 10 K .
Ein Blick in den Radkasten vorne und auch hier war Rost am Übergang Verstärkung Dreiecksblech zum Vorderwagen zu sehen .

Wie schon andere geschrieben haben , fahre vor dem Kauf mit dem Audi zum Tüv . Da der Verkäufer angibt das Rost
bis auf Kleinigkeiten kein Thema ist wird er dich mit seiner roten Nummer sicher unterstützen , er will ja verkaufen .
Macht er da nicht mit weiß er mehr über das Auto als er sagt . Stimmen seine Angaben würde der Audi trotz kleiner
Roststellen neuen Tüv bekommen , aufgrund der originalen Optik und mit etwas Glück sollte er sogar das
H - Kennzeichen bekommen . Dazu erfährst du ob der jetzige Besitzer seine Verantwortung und Pflichten im Bezug auf
einwandfreien Zustand im Rahmen des Sammler Kennzeichens nach gekommen ist oder nicht . Bekommt er so wie er
jetzt ist Tüv kann man dann durchaus von einem Schnäppchen reden . Und du kaufst nicht die Katze im Sack . Mega Wichtig !

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Freitag, 19. April 2019, 12:11

Das Handicap, wenn man sich in etwas verliebt hat, ist, dass der Verstand meist aussetzt und man für gute beratende Worte und Einwände resistent ist. Dabei ist es egal, ob es sich um Autos, Boote oder was auch immer handelt. Ein neutraler Begleiter ist in solchen Momenten empfehlenswert. Einerseits sehen und hören zwei Augen und Ohren mehr und während sich der eine das Auto anschaut, kann der andere sich auf eher rationaler Ebene mit dem Thema auseinander setzen und bemerkt Diskrepanzen, für die der Verliebte schon nicht mehr empfänglich ist.

Die Feststellung, dass sich solche Fahrzeuge nicht ganzjährig bewegen lassen, sehe ich etwas differenzierter. Es ist nicht unbedingt der beste Einsatzzweck durch Schneehaufen zu pflügen oder über salzbesprühte Pisten zu rasen. Wenn das Fahrzeug im Anschluss gereinigt und getrocknet wird, ist selbst dies möglich. OK, im Alltagsgebrauch wird dies nicht gemacht, aber selbst dann muss ein solch genutztes Fahrzeug nicht im Zeitraffer rosten. Oder was passiert, wenn über geschotterte Gebirgsstraßen gefahren und Regnschauer eine trockene Straße in eine Matschpiste verwandeln oder ein Fahrt ans Meer ansteht? Ich nutze meine Fahrzeuge für das, wofür sie geplant wurden, als Fahrzeuge und nicht als behütete Stehzeuge. Mein Karmann Ghia, dem ich mich demnächst mal wieder widmen darf, hat mit seinem Fahrverhalten und Bremswegen ganz andere Probleme bei solchen Witterungsbedingungen und selbst bei Sommerfahrten im Gebirge muss ich immer mit Schneefall rechnen, so dass die Schneeketten im Kofferraum da nicht nur zur Zierde liegen. Zum Glück treffe ich genug Mitmenschen, die dies ähnlich sehen und sich an etwas erfreuen, was mit jedem Tag endlicher wird.

Da H-Kennzeichen theoretisch nicht für Fahrzeuge des täglichen Gebrauchs gedacht sind und die Versicherungen häufig einen Alltagswagen abfragen bzw. ein jährliche maximale Laufleistung vorgeben, sollte das Thema netsprechend betrachtet werden, da eine ausgedehnte Urlaubsfahrt neben dem täglichen Einsatz reicht, um die maximal erlaubte jährliche Laufleistung zu überschreiten.

Was den Preis angeht, sind wir wieder bei unserer Lieblingsdiskussion. Die Nutzung von Fahrzeugen dieses Alters nennt sich meist Hobby und selten Bewegen im Alltag. Das bedeutet leider im Umkehrschluß, wir bekommen meist nicht das Geld heraus, was wir in das Fahrzeug investiert haben. Wer sich rechtzeitig auf ein Fahrzeug oder eine Marke konzentriert hat, kann sich einen guten Teilefundes aufbauen, um ihn selbst zu verwenden oder Handelsmasse für einen Tausch zu haben. Der eigene Aufwand und das in totes Kapital investierte Geld wird dabei gerne außer acht gelassen und nur die Kosten für externe Arbeiten aufgeführt. In der Addition aller Posten bedeutet dies meist, der Handelspreis liegt unter den über die Jahre in ein Fahrzeug investierten Kosten. So kommt es, dass gute Fahrzeuge aus der B1 Serie mit einer gewissen Suche für eine überschaubaren Betrag zu finden sind, der weit unter den Investitionen der Jahre liegt. Dass das die Verkäufer gerne anders sehen wollen, mag nachvollziehbar sein, ändert jedoch nichts am Handelswert. Wenn ich hier von Suche rede, bedeutet dies nicht, dass ich mal schnell auf irgendein Onlineportal gehe und aus der dortigen Auswahl fündig werde, Suche bedeutet durchaus Jahre, während der man sich mit der Materie ausführlich befasst und ein Ahnung vom Objekt der Begierde und vom Markt(preis) desselben bekommt. Im Zweifel stelle ich sogar fest, dass das spannende am Objket meiner Begierde die Suche geworden ist und trenne mich nach einer gewissen Zeit des Erfahrens wieder. Haben wir jedoch erst einmal angefangen, ein Fahrzeug zu retaurieren, fällt es deutlich schwerer, ein sinnloses Projekt, zu beenden. Daher bleibe ich bei einem Lieblingssatz: Der bessere Wagen ist meist der bessere Kauf. Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel.

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